9,80

Kategorie:

Beschreibung

Der König der Meere

Es war kurz vor Mitternacht, die Strandkörbe erschienen im fahlen Mondlich wie versteinert. Totenstille, die nur von der seichten Brandung vereinzelter Wellen unterbrochen wurde, unterstrich die merkwürdige Stimmung von Öde und Verlassenheit. die Strandkorbbesitzer, die den ganzen Tag über in der Sonne geschmort und gedöst hatten, schliefen längst mit ihren sonst Eimerchen und Schippchen schwingenden Kindern in Hotels und Pensionen.
Selbst die härtesten Jogger und sonstigen Läufer waren, nachdem sie ihren Durst in Pubs und Kneipen gelöscht hatten, nach Hause gegangen um ihre sportlich schlabbrigen Anzüge an den Nagel zu hängen.
Die schnittigen Surfer schnarchten neben ihren Brettern und träumten davon, am nächsten Tag wieder kraftvoll durch die Brandung zu preschen.
Gewaltig wie eine riesige Zirkuskuppel überspannte der dunkle Himmel, geschmückt mit Abermillionen Sternen, diesen Strandabschnitt. Der Glanz der Sterne war so kräftig, so klar wie kaum gesehen und verlieh dieser starren Kulisse etwas Geheimnisvolles.
Die Besonderheit der Stimmung vertiefte sich und überzog den weißschimmernden Sand mit samtener Stille, die selbst der Wind respektierte, so daß er nur einen winzigen Hauch Ostwind riskierte, der die Brandung gerade noch wie an einem Dorfteich, leise schwappen ließ.
Man schnupperte es förmlich, da lag außer den üblichen Geruch nach Algen und Salz noch etwas Unbeschreibliches, Verheißungsvolles in der Luft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.